berechnungsblaetter.ch

 

Bedienungshinweise zu den Berechnungsblättern Familienrecht

 

Ausgabe September 2013

 

Daniel Bähler, Oberrichter, Bern

Dr. Annette Spycher, Fürsprecherin, LL.M, Bern

 

Supervision: Prof. Dr. em. Heinz Hausheer, ehemals Universität Bern

 

Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.

 

Die Tabellen für Steuern sind in den Kantonen Bern, Zürich, Luzern, Freiburg, Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau und St. Gallen, diejenigen für unentgeltliche Rechtspflege nur im Kanton Bern einsetzbar, die übrigen Tabellen in der gesamten Schweiz. Die Steuerberechnungen sind mit Ausnahme des Kantons Bern nicht auf dem aktuellsten Stand.

 

Wer die Tabellen verwendet, sollte über Kenntnisse des Eherechts, des Kindesunterhaltsrechts und des Rechts der direkten Steuern natürlicher Personen sowie über Anwendungskenntnisse der Tabellenkalkulation Microsoft Excel verfügen.

 

 

Inhalt

 

1.         Technische Voraussetzungen

 

2.         Lieferumfang und Installation

 

3.         Funktionsweise der Excel-Tabellen

 

4.         Einsatz der Tabellen

 

4.1         Allgemeines

4.2         Unterhalts- und Steuerberechnungen

4.3         Unentgeltliche Rechtspflege

4.4         Güterrecht

4.5         Teilung der Austrittsleistungen

 

1.      Technische Voraussetzungen

Für den Einsatz der Berechnungsblätter ist ein Computer mit Windows XP oder höher und Microsoft Excel 2007 oder höher erforderlich. Für den Einsatz unter Excel 97/2000/2003 ist (ausgenommen für die Unterhalts- und Steuerberechnung im Format xls) ein Konverter erforderlich, welcher von Microsoft herunter geladen werden kann. Der Computer muss zudem mit einem Internet-Browser (vorzugsweise Microsoft Internet Explorer) ausgestattet sein. Diverse Hyperlinks funktionieren nur bei einer Verbindung zum Internet. Eine solche ist somit für die Verwendung des Pakets von Vorteil, aber nicht Bedingung. Für das Lesen von PDF-Dateien ist der kostenlose Adobe Reader erforderlich. Der Einsatz auf Tablets mit Betriebssystem Android ist mit der App PlanMaker Mobile von SoftMaker möglich (siehe unten).

 

2.      Lieferumfang und Installation

Es werden folgende Dokumente und Tabellen geliefert, wobei der Platzhalter XXX bei den Tabellen Jahr und Monat der Ausgabe bedeutet (z.B. 309 = September 2013):

 

start.xlsx

Tabelle mit Hyperlinks auf die Dokumente und Tabellen

Microsoft-Excel-Tabelle

Dokumente

 

 

agb.htm

Allgemeine Geschäftsbedingungen

HTML-Dokument

bedien.htm

Bedienungshinweise (vorliegendes Dokument)

HTML-Dokument

einstieg.htm

Grundlagen und Stand der Bearbeitung

HTML-Dokument

kommuh.htm

Kommentar Unterhaltsberechnung (Dr. Annette Spycher)

HTML-Dokument

kommst.htm

Kommentar und Bedienungsanleitung zur Steuerberechnung (Daniel Bähler)

HTML-Dokument

steuerfuss.htm

Links zu den Steuerfüssen/Steuer­anlagen/Steuereinheiten für die Gemeinde- und die Kirchensteuern der einbezogenen Kantone

HTML-Dokument

rilexmi_2009.pdf

Richtlinien Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz zur Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (SchKG-Richtlinien 2009)

PDF-Dokument

ksur.pdf

Kreisschreiben Zivilabteilung Obergericht und Verwaltungsgericht Bern unentgeltliche Rechtspflege

PDF-Dokument

kommfzg.htm

Kommentar Teilung der Austritts­leistungen gemäss Art. 122 ZGB und Art. 22/22a FZG (Dr. Annette Spycher/Daniel Bähler)

HTML-Dokument

zbjv.htm

Artikel D. Bähler "Unterhalt bei Trennung und direkte Steuern" in ZBJV 138 (2002) 16

HTML-Dokument

Tabellen

 

 

ustikXXX.xlsm

Unterhalts- und Steuerberechnung interkantonal (BE, ZH, LU, FR, SO, BS, BL, AG, SG) mit Vorsorgeunterhalt, zweisprachig deutsch/französisch

Microsoft-Excel-Tabelle

ustikXXX.xls

Unterhalts- und Steuerberechnung interkantonal (BE, ZH, LU, FR, SO, BS, BL, AG, SG) mit Vorsorgeunterhalt, zweisprachig deutsch/französisch

Microsoft-Excel-97-2003-Tabelle

uurbeXXX.xlsm

Unterhalts- und Steuerberechnung Kanton Bern mit Vorsorgeunterhalt und Zusatz für unentgeltliche Rechtspflege

Microsoft-Excel-Tabelle

uurbeXXX.xls

Unterhalts- und Steuerberechnung Kanton Bern mit Vorsorgeunterhalt und Zusatz für unentgeltliche Rechtspflege

Microsoft-Excel-97-2003-Tabelle

uosXXX.xlsx

Unterhaltsberechnung ohne Steuerberechnung und Vorsorgeunterhalt, zweisprachig deutsch/französisch

Microsoft-Excel-Tabelle

ugsXXX.xlsx

Unterhaltsberechnung für gemeinsame Sorge mit alternierender Obhut ohne Steuerberechnung

Microsoft-Excel-Tabelle

uraXXX.xlsx

Berechnung Voraussetzungen für unentgeltliche Rechtspflege Kanton Bern für Einzelperson oder ungetrenntes Ehepaar

Microsoft-Excel-Tabelle

urpXXX.xlsx

Berechnung Voraussetzungen für unentgeltliche Rechtspflege Kanton Bern für getrennt lebendes Ehepaar

Microsoft-Excel-Tabelle

gsoXXX.xlsx

Güterrechtliche Auseinandersetzung (Errungenschaftsbeteiligung) mit sofortiger Zuordnung der Vermögens­werte zu den Gütermassen

Microsoft-Excel-Tabelle

gspXXX.xlsx

Güterrechtliche Auseinandersetzung (Errungenschaftsbeteiligung) mit späterer Zuordnung der Vermögens­werte zu den Gütermassen

Microsoft-Excel-Tabelle

206XXX.xlsx

Mehrwertberechnung gemäss Art. 206 ZGB (Gütermassen beider Ehegatten)

Microsoft-Excel-Tabelle

209XXX.xlsx

Mehrwertberechnung gemäss Art. 209 Abs. 3 ZGB (verschiedene Gütermassen eines Ehegatten)

Microsoft-Excel-Tabelle

atlXXX.xlsx

Teilung der Austrittsleistungen gemäss Art. 122 f. ZGB und Art. 22 FZG

Microsoft-Excel-Tabelle

22aXXX.xlsx

Teilung der Austrittsleistungen mit zusätzlicher Berechnung gemäss Art. 22a FZG (Austrittsleistung im Zeitpunkt der Heirat nicht bekannt)

Microsoft-Excel-Tabelle

wefXXX.xlsx

Teilung der Austrittsleistungen bei Vorbezug für Wohneigentumsförderung

Microsoft-Excel-Tabelle

bvgazXXX.xlsx

Aufzinsung mit dem jeweiligen BVG-Mindestzinssatz

Microsoft-Excel-Tabelle

edi.xlsx

Tabelle des EDI zur Berechnung der Austrittsleistung bei Heirat gemäss Art. 22a FZG (SR 831.425.4)

Microsoft-Excel-Tabelle

 

Es wird empfohlen, das ganze Paket in einem Ordner auf der Festplatte oder einem Server abzuspeichern. Dazu werden ca. 2 MB Speicherplatz benötigt. Empfehlenswert ist weiter, eine Verknüpfung mit der Datei „start.xlsx“ auf dem Desktop einzurichten (Klick mit rechter Maustaste auf die Datei im Windows-Explorer, Senden an, Desktop). Dies ermöglicht einen einfachen Einstieg in das Dateisystem.

 

Der Start des Dateisystems erfolgt durch Öffnen der Datei „start.xlsx“.

 

Die Hyperlinks auf den Tabellen (blaue oder violette Schrift) verweisen auf die HTML-Dokumente.

 

3.      Funktionsweise der Excel-Tabellen

Die gelieferten schreibgeschützten Excel-Tabellen können ab der CD-ROM oder dem Speicherort auf der Festplatte oder dem Server geöffnet werden. Auf der Festplatte oder dem Server können sie auch verändert werden, wenn zuvor der Schreibschutz ausgeschaltet wurde (im Windows-Explorer mittels Klick mit der rechten Maustaste auf den Dateinamen und Entfernen des Häkchens „Schreibgeschützt“ im Menüpunkt „Eigenschaften“). So können z.B. der Autorenname, die Sprache oder der am Häufigsten verwendete Kanton ein für alle Mal in die Tabelle aufgenommen werden. Nicht vergessen, anschliessend den Schreibschutz wieder einzuschalten!

 

Die bearbeiteten Tabellen können unter einem beliebigen Namen und an einem beliebigen Ort (Festplatte, Server, Diskette) abgespeichert werden. Die Hyperlinks funktionieren in der Regel auch von den abgespeicherten Tabellen aus (wenn die Tabelle ab einer Datei auf der CD-ROM erzeugt wurde, solange letztere sich im Laufwerk befindet). Soweit sie auf einen Speicherort im Internet verweisen, ist eine Internet-Verbindung erforderlich.

 

Die Tabellen sind auf den Zoomfaktor 100 % eingestellt. Dieser kann durch Eingabe einer anderen Zahl im entsprechenden Feld auf der Symbolleiste und Bestätigung mit der Enter-Taste verändert werden. So ist es möglich, die Ansicht auf die Grösse und Auflösung des Bildschirms anzupassen. Dies kann auch für Mustervorlagen erfolgen.

 

Bei den Tabellen für Unterhalts- und Steuerberechnung mit Vorsorgeunterhalt (ustikXXX.xls[m] und uurbeXXX.xls[m]) wird die Steuerberechnung laufend entsprechend den eingegebenen Zahlen aktualisiert. Dies gilt ebenfalls für den Vorsorgeunterhalt, sobald der Jahrgang der Ehefrau eingegeben ist. Die automatisch ermittelten Beträge können gelöscht oder überschrieben werden. Mit Klick auf die roten Schaltflächen kann eine Neuberechnung ausgelöst werden.

 

Es ist ohne Weiteres möglich und gestattet, die Tabellen zu verändern, sei es durch Anpassung von Formeln oder durch Einfügen oder Löschen von Zellen oder Zeilen. Es ist dabei jedoch mit Vorsicht vorzugehen. Insbesondere dürfen Zeilen nur in der Mitte von Berechnungen, nicht aber an deren Anfang oder Ende eingefügt oder gelöscht werden. An einigen Orten auf den Tabellen stehen ausdrückliche Hinweise auf Möglichkeiten des Einfügens oder Löschens von Zeilen oder Zellen. Bei den Tabellen mit Steuerberechnungen sollten keine Zeilen gelöscht werden, da sonst Bezüge verloren gehen können, was die Rechnung definitiv blockiert. Überflüssige Zeilen können jedoch ausgeblendet werden (Klick mit der rechten Maustaste auf die Zeilennummer, dann Wahl des Menüpunktes "Ausblenden").

 

Bei den Tabellen für Unterhalts- und Steuerberechnung enthalten gewisse Zellen den Wert 1, rosa eingefärbt. Es handelt sich dabei um Zellen, die immer einen Betrag aufweisen sollten (Einkommen Ehemann, Wohnkosten, Krankenversicherungsprämien). Sobald eine andere Zahl eingegeben wird, verschwindet die Einfärbung. Bei der Unterhaltstabelle ohne Steuerberechnung sind diese Zellen mit dem Eintrag #NULL! blockiert. Die Berechnung erfolgt, sobald alle diese Einträge durch Zahlen ersetzt sind.

 

Beim Verschieben von Einträgen mittels Ziehen und Ablegen ist zu beachten, dass jeweils auch die Formate (namentlich Rahmen) verschoben und am ursprünglichen Ort entfernt werden. Dem kann vorgebeugt werden, indem während des Vorgangs die Ctrl-Taste gedrückt gehalten wird. Dadurch wird der Eintrag mit den Formaten kopiert. Am ursprünglichen Ort kann dann der blosse Eintrag mittels Tastendruck auf "Delete" gelöscht werden.

 

Die meiste Tabellen enthalten Kommentare zu einzelnen Zellen, welche durch Überfahren von oben rechts rot markierten Zellen erscheinen, einige auch Hyperlinks (in blauer bzw. violetter Farbe), welche HTML-Dokumente oder Webseiten öffnen.

 

Für die Fallbearbeitung kann es sinnvoll sein, sämtliche benötigten Tabellen in einer einzigen Datei abzuspeichern. Zu diesem Zweck ist zunächst eine Unterhalts- und Steuertabelle zu erstellen. Anschliessend kann eine Güterrechtstabelle geöffnet und mit dem Befehl "Bearbeiten, Blatt verschieben/kopieren" in die Unterhalts- und Steuertabelle verschoben werden. Es besteht hierfür eine separate Anleitung (PDF, 190 kb; noch auf Excel 2003 basierend). Mit etwas Excel-Kenntnissen können dann auch Verknüpfungen zwischen Güterrecht und Unterhalt hergestellt werden. Auf dieselbe Weise können Mehrwertberechnungen und Berechnungen der Austrittsleistungen in eine solche "all-in-one"-Datei integriert werden.

 

Es ist auch möglich, durch Querverweise einzelne Werte von einer in eine andere Tabelle zu übernehmen, so dass sie jeweils aufdatiert werden. Dieses Vorgehen empfiehlt sich, wenn Unterhalts- und Steuerberechnungen für mehrere Zeitpunkte durchgeführt werden sollen, und davon ausgegangen wird, dass sich gewisse Faktoren (z.B. Einkommen des Ehemannes) bloss durch den Zeitenlauf nicht verändern. Dabei ist allerdings grosse Sorgfalt geboten.

 

Zum Ausdrucken sind die meisten Tabellen so eingerichtet, dass jedes Blatt der Tabelle auf ein einziges A4-Blatt ausgedruckt wird. Falls die Zahlen zu klein erscheinen, können überflüssige Zeilen wie oben beschrieben ausgeblendet werden. Im Weiteren ist im Menüpunkt "Seitenlayout, Seite einrichten, Blatt" die Option "Schwarzweissdruck" aktiviert.

 

4.      Einsatz der Tabellen

4.1      Allgemeines

Es liegt in der Natur von elektronischen Berechnungen, dass sie ausschliesslich und wertfrei Zahlen verarbeiten. Die Tabellen enthalten zudem generelle Formeln, die möglicherweise nicht auf den Einzelfall zugeschnitten sind. Es ist deshalb grosse Sorgfalt auf die Bestimmung der einzugebenden Zahlen und auf die Überprüfung des erhaltenen Ergebnisses auf Plausibilität und Gerechtigkeit zu verwenden.

 

4.2      Unterhalts- und Steuerberechnungen

Siehe dazu auch den Fachkommentar von Dr. Annette Spycher zur Unterhaltsberechnung, die Bedienungsanleitung zur Steuerberechnung und den Artikel von Daniel Bähler in ZBJV 138 (2002) 16.

 

Die Berechnungen der Steuern und des Vorsorgeunterhalts funktionieren nur, wenn im Menüpunkt „Datei, Optionen, Formeln“ bei „Iterative Berechnung aktivieren“ ein Haken gesetzt ist. Zur Neuberechnung mittels Klick auf die roten Schaltflächen müssen zudem die Makros aktiviert sein (Menüpunkt „Datei, Optionen, Sicherheitscenter, Einstellungen für das Sicherheitscenter, Einstellungen für Makros“).

 

Beim Einsatz auf Tablets mit der App PlanMaker Mobile für Android muss die Tabelle für Unterhalts- und Steuerberechnung im Format Excel 97-2003 (xls) verwendet werden, damit die iterative Berechnung (Ignorieren von Zirkelbezügen und annäherungsweise Berechnung) funktioniert. Makros werden von der App nicht unterstützt, so dass eine Neuberechnung mit Klick auf die roten Schaltflächen nicht möglich ist. Die beim Öffnen der Tabelle erscheinende Meldung betrifft nur diesen Aspekt und hindert die iterative Berechnung nicht.

 

Bei den Tabellen ustikXXX.xlsm und uosXXX.xlsx kann die Beschriftung in den Tabellen selbst (nicht jedoch in den gelb unterlegten Kommentaren) durch Eingabe des Buchstabens "f" im dafür vorgesehenen Feld auf Französisch umgestellt werden.

 

Die Unterhaltsberechnungen beruhen auf dem System der Gegenüberstellung von Einkommen und betreibungsrechtlichem Existenzminimum der ganzen Familie mit Verteilung des Überschusses, Berechnung eines Gesamt-Unterhaltsbeitrages und Ausscheidung der Kinderalimente nach abstrakter Methode (Prozentzahlen vom Nettoeinkommen der pflichtigen Person exklusive Kinderzulagen, gemäss Praxis im Kanton Bern: 1 Kind 17 %, 2 Kinder 27 %, 3 Kinder 35 %, 4 Kinder 40 %). Für die Kinderalimente können von Hand andere Werte eingesetzt werden.

 

Die Berechnungen können sowohl für Unterhaltsbeiträge bei bestehender Ehe (ZGB 176 und ZPO 276) als auch für solche nach Scheidung (ZGB 125) verwendet werden. Es sind jedoch gegebenenfalls andere Werte einzusetzen, je nachdem ob die Berechnung für eine kürzere oder längere Frist erfolgt.

 

Bei der Eingabe des Alters von Kindern werden automatisch die Familienzulagen für privatrechtliche Arbeitsverhältnisse im Wohnsitzkanton des bezugsberechtigten Elternteils (BE, ZH, LU, FR, SO, BS, BL, AG oder SG) eingefügt. Die Beträge können jedoch überschrieben werden.

 

Mit dem Blatt „Vorsorge“ wird nach Eingabe des Geburtsjahrs der Ehefrau im Blatt „Unterhalt“ die Vorsorgelücke nach den Regeln des Urteils des Bundesgerichts 5A_210/2008 berechnet und das Ergebnis in das Blatt „Unterhalt“ eingetragen.

 

Wenn gleichzeitig mit der Unterhaltsberechnung auch die Voraussetzungen für das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege (uP) im Kanton Bern überprüft werden sollen, kann die Tabelle "uurbeXXX.xls[m]", welche eine Zusatzberechnung gemäss dem Kreisschreiben Nr. 1 der Zivilabteilung des Obergerichts und des Verwaltungsgerichts enthält, verwendet werden.

 

Für Unterhaltsberechnungen bei gemeinsamer Sorge mit alternierender Obhut kann nur die Tabelle "ugs909.xlsx" (ohne Steuerberechnung) verwendet werden.

 

4.3      Unentgeltliche Rechtspflege

Die entsprechenden Tabellen beruhen auf dem Kreisschreiben Nr. 1 der Zivilabteilung des Obergerichts des Kantons Bern und des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern. Sie enthalten keine automatische Steuerberechnung.

Allgemein (uraXXX.xlsx)

Dieses Blatt ist überall dort anwendbar, wo sich die Frage nach der Geltendmachung des dem Anspruch gegenüber dem Staat auf unentgeltliche Rechtspflege vorgehenden Anspruchs auf Leistung eines Prozesskostenvorschusses gegenüber dem anderen Ehegatten gestützt auf die eheliche Unterhaltspflicht (vgl. dazu BGE 119 Ia 134 mit Hinweisen) nicht stellt, d.h. bei Einzelpersonen und Ehegatten in ungetrennter Ehe.

Getrennt lebende Ehepaare (urpXXX.xlsx)

Dieses Blatt ermöglicht nebst der Prüfung der Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechtspflege auch die Beantwortung der Frage, ob der andere Ehegatte in der Lage ist, einen Prozesskostenvorschuss zu leisten. Es ist dann zu verwenden, wenn die Unterhaltsbeiträge bereits festgesetzt sind. Andernfalls ist die Tabelle "uupbeXXX.xlsm" einzusetzen.

 

4.4      Güterrecht

Diese Tabellen ermöglichen die Berechnung einer güterrechtlichen Auseinandersetzung bei Errungenschaftsbeteiligung. Dabei wird strikte nach der gesetzlichen Regelung vorgegangen: Aufnahme der im Zeitpunkt der Auseinandersetzung vorhandenen Vermögenswerte und Schulden, Ausgleich nicht mehr vorhandener Vermögenswerte mittels Ersatzforderungen, Hinzurechnungen unter den Voraussetzungen von Art. 208 ZGB, Ergebnis gleich Geldforderung des einen an den anderen Ehegatten nach Verrechnung. Schulden sind mit dem Betrag und negativem Vorzeichen in die Tabellen aufzunehmen.

Sofortige Zuordnung (gsoXXX.xlsx)

Diese Tabelle beruht darauf, dass bereits im Moment der Eingabe bekannt ist, welcher Vermögenswert zu welcher Gütermasse gehört und ermöglicht eine übersichtliche Darstellung. Bei nachträglichen Veränderungen muss der Eintrag gelöscht und am anderen Ort neu erstellt werden (Ziehen und Ablegen siehe oben).

Spätere Zuordnung (gspXXX.xlsx)

Dieses Blatt ermöglicht es, zunächst ein Inventar aller Vermögenswerte und Schulden aufzustellen und diese erst nachträglich den einzelnen Gütermassen zuzuordnen. Bei der Zuordnung müssen die folgenden Abkürzungen verwendet werden:

 

Eigengut Mann

EGM

Eigengut Frau

EGF

Errungenschaft Mann

ERM

Errungenschaft Frau

ERF

Errungenschaft beide gemeinsam (Zuordnung je hälftig an ERM und ERF)

ERB

 

Im Zweifelsfall ist diese Tabelle derjenigen mit sofortiger Zuordnung vorzuziehen.

Mehrwertberechnungen (206XXX.xlsx und 209XXX.xlsx)

Es besteht je eine Tabelle für Berechnungen gemäss ZGB 206 (Investitionen in Vermögenswerte des anderen Ehegatten) und ZGB 209 III (Investitionen in Vermögenswerte der anderen Gütermasse des selben Ehegatten). Sie beruhen auf der Berechnung in BGE 123 III 152 bzw. dem Kommentar von Hausheer/Jaun zu diesem BGE in ZBJV 133/1997 512. Diese Hilfstabellen können mit dem Befehl "Start, Format, Blätter anordnen" in die Arbeitsmappe Güterrecht aufgenommen und mit der Haupttabelle so verknüpft werden, dass das jeweilige Resultat der Mehrwertberechnung in der Haupttabelle erscheint.

 

4.5      Teilung der Austrittsleistungen

Siehe dazu auch den separaten Kommentar. Die Veränderungen des BVG-Mindestzinssatzes bis zum 1. Januar 2012 (gültig auch für 2013) sind in den Tabellen berücksichtigt.

Regelfall (atlXXX.xlsx)

Diese Tabelle errechnet die während der Ehedauer erworbenen Austrittsleistungen beider Ehegatten und den gemäss Art. 122 f. ZGB und Art. 22 FZG zu übertragenden Betrag. Im Weiteren können mit einem separaten Blatt Aufzinsungsberechnungen aller Art vorgenommen werden (für weitere Freizügigkeitsguthaben oder aus Eigengut finanzierte Einmaleinlagen).

Berechnung nach Art. 22a FZG (22aXXX.xlsx)

Diese Tabelle enthält gegenüber dem Regelfall ein zusätzliches Blatt, mit welchem in Anwendung der Tabelle des EDI gemäss Art. 22a FZG die Austrittsleistung bei Eheschluss errechnet werden kann, wenn diese nicht genau bekannt ist. Der Tabellenwert wird dabei automatisch ermittelt. Mit einem weiteren Blatt können die Einmaleinlagen im Interpolationszeitraum behandelt werden. Alle Blätter sind miteinander verknüpft, so dass die Angaben direkt übertragen werden.

Berechnung bei Vorbezug Wohneigentumsförderung (wefXXX.xlsx)

Diese Tabelle berücksichtigt den Umstand, dass Vorbezüge für Wohneigentumsförderung nicht aufgezinst werden und wendet diesen Grundsatz auf den vorehelichen Teil des Vorbezugs an. Dieser wird somit für die Berechnung der während der Ehe erworbenen Austrittsleistung ab dem Zeitpunkt des Vorbezugs nicht mehr aufgezinst. Siehe dazu die Praxisfestlegung des Gerichtskreises X Thun (PDF, 7 kb), auch publiziert in „in dubio“ (Organ des bernischen Anwaltsverbands), Heft 03-05. Die Datei enthält ebenfalls eine Tabelle zur Berechnung der Austrittsleistung bei Heirat gemäss Art. 22a FZG.

Aufzinsungen mit BVG-Mindestzinssatz (bvgazXXX.xlsx)

Diese Tabelle ermöglicht die Vornahme von Aufzinsungen mit dem jeweiligen BVG-Mindestzinssatz. Sie kann mit dem oben beschriebenen Vorgehen in andere Tabellen integriert werden.

 

 

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Kontaktadresse: Daniel Bähler, Talackerstrasse 43 i, 3604 Thun

Internet: http://www.berechnungsblaetter.ch

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